Milo Rau
wird als wirkmächtigster politischer Künstler unserer Zeit bezeichnet.
Von links: Bruno Ochsner, Ramon Hürlimann, Johnny Ochsner, Sepp Blättler und Pascal Lehmann. tb
Pascal Lehmann und Ramon Hürlimann zügeln im Zuge der Übernahme ihre Schreinerei im Verlauf dieses Jahres von der Lerchenstrasse 18 an die Flawilerstrasse 36 – den Standort der Gebr. Ochsner AG. Sämtliche Mitarbeitende werden übernommen, die Ansprechpersonen für die Kundschaft bleiben dieselben.
Flawilerstrasse 36 «Wir waren am aktuellen Standort schon länger limitiert. Wenn viel läuft, wird der Platz knapp und alles ist zugestellt», erzählt Pascal Lehmann. Entsprechend seien am aktuellen Standort Erweiterungen geprüft worden, doch es habe sich nie eine Lösung ergeben. Im Rahmen von produktionstechnischen Abklärungen gelangte die Lehmann & Hürlimann AG schliesslich mit einer Anfrage an die Ochsner Schreinerei. «Sie fragten für eine Zwischennutzung an und da habe ich gefragt, weshalb sie nicht gleich bleiben», erzählt Bruno Ochsner lachend. Schliesslich hätten sich sein älterer Bruder Johnny und Mitinhaber Sepp Blättler Gedanken gemacht über die Nachfolgeregelung. «Johnny wird 70 und Nachwuchs, der die Firma übernehmen könnte, steht keiner bereit», berichtet Bruno Ochsner. Sein Bruder erklärt, für sie sei es zentral, dass die Schreinerei, die ihr Urgrossvater gründete und die sie in vierter Generation führen, erhalten bleibe: «Wir wollten auf jeden Fall die Arbeitsplätze sichern.» Dies sei mit der Übernahme gelungen. Die Liegenschaft bleibt im Besitz der Gebrüder Ochsner AG, die Lehmann & Hürlimann AG zieht als Mieter ein.
Pascal Lehmann und Ramon Hürlimann haben zugesichert, sämtliche Arbeitnehmende zu übernehmen – dies gilt auch für die drei Lernenden. Die beiden Schreinermeister und bisherigen Mitinhaber Bruno Ochsner und Sepp Blättler werden nach dem Verkauf ebenfalls im Betrieb weiterarbeiten. «Ich gehe fest davon aus, dass ich hier pensioniert werde und ans früher aufhören denke ich nicht», sagt der 58-jährige Blättler mit einem Augenzwinkern. Bruno Ochsner ist noch drei Jahre jünger und wird ebenfalls im Unternehmen bleiben. «Sie sind zwar nicht mehr Inhaber, werden aber ihre Funktionen genau gleich weiter ausüben», stellt Lehmann klar. Dies gilt auch für seine Eltern Niklaus und Irene Lehmann. Die Gründer der Niklaus Lehmann AG, mit der die Lehmann & Hürlimann AG 2023 fusionierte, werden den Umzug ebenfalls mitmachen. «Für die Kundinnen und die Kunden ändert sich also nichts – ausser, dass noch mehr Know-how vereint wird», sagt Blättler.
Durch die Übernahme wird das bisher knapp 20-köpfige Team der Lehmann & Hürlimann AG um weitere neun Personen vergrössert. Die beiden nach wie vor jungen Inhaber, die sich 2016 bereits mit 22 Jahren selbstständig gemacht haben, können so mit ihrem Unternehmen weiterwachsen. Dass sie damit auch ein unternehmerisches Risiko eingehen, ist ihnen voll bewusst, wie Pascal Lehmann betont. «Wir haben uns diesen Entscheid gut überlegt», sagt Hürlimann. Zuversichtlich stimmt alle Beteiligten auch der Geschäftsgang der letzten Jahre. Sowohl in der Schreinerei Lehmann & Hürlimann als auch in der Schreinerei Ochsner sei die Auslastung in den letzten Jahren stets sehr gut gewesen. «Die Anzahl ruhiger Phasen im letzten Jahrzehnt kann man an einer Hand abzählen», sagt Blättler. Die gute Auslastung sei ebenfalls ein Grund für das Wachstum. Und so herrscht unter den fünf Beteiligten Einigkeit, dass die freundliche Übernahme eine Win-Win-Situation darstellt.
Von Tobias Baumann
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