Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Lukas Kessler blickt zufrieden auf sein Präsidialjahr zurück. Archiv
Nach einem Jahr an der Spitze des Gossauer Stadtparlaments hat Lukas Kessler das Präsidium an Martina Uffer übergeben. Im Gespräch zieht er Bilanz, spricht über die längste Sitzung der Parlamentsgeschichte und darüber, was ihm das Amt für seine weitere politische Arbeit gebracht hat.
Lukas Kessler, wie haben Sie Ihr Präsidialjahr erlebt?
Im Zentrum stand für mich, dass die Parlamentssitzungen gut vorbereitet und gemäss den Vorschriften korrekt durchgeführt wurden. Diese Aufgabe hat mich gereizt. Daneben gehörten auch repräsentative Verpflichtungen dazu. Ich wurde zu verschiedenen Anlässen eingeladen, was ich als spannend und lehrreich empfunden habe.
Sie gehen als Parlamentspräsident in die Geschichte ein, der die bislang längste Sitzung geleitet hat. Wie gelingt es, während neun Stunden konzentriert zu bleiben?
Vor der Sitzung sind rund 30 Anträge eingegangen, weshalb ich mich gut vorbereiten konnte. Zudem war mir bewusst, dass die Sitzung lange dauern würde. Entsprechend habe ich mich mit Kaffee und Snacks eingedeckt. Das Budget wird kapitelweise beraten, was hilft, den Überblick zu behalten.
Konnten Sie sich nach dieser Marathonsitzung am nächsten Tag eine Pause gönnen?
Gegen Abend wurde es durchaus streng. Ich war froh, dass ich am nächsten Tag etwas früher Feierabend machen konnte.
Wie haben Sie die Debattenkultur im Parlament während Ihres Präsidialjahres erlebt?
Aus meiner Sicht verfügen wir über eine gute Debattenkultur mit nur wenigen Ausreissern. Die Budgetsitzung dauerte deshalb so lange, weil intensiv über die einzelnen Anträge diskutiert wurde. Das ist mir in positiver Erinnerung geblieben.
Sie wurden bereits nach anderthalb Jahren Parlamentsmitglied Präsident. Bleibt die Motivation, sich nun wieder als einfaches Mitglied einzubringen?
Jetzt geht es für mich wieder stärker um die Inhalte als um den korrekten Ablauf, für den ich als Präsident verantwortlich war. Ein grosser Vorteil des Präsidialjahres ist, dass ich mich intensiv mit den Abläufen und Vorgaben des Parlamentsbetriebs befassen musste. Ich habe viel gelernt, wovon ich in der weiteren Parlamentsarbeit profitieren werde.
Zu den Aufgaben des Präsidiums gehören auch zahlreiche repräsentative Termine. Welche bleiben Ihnen besonders in Erinnerung?
Wenn es zeitlich möglich war, habe ich Einladungen gerne angenommen. Ich sah das als Gelegenheit, Einblicke in verschiedene Organisationen und Anlässe zu erhalten. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Besuch des Musicals der Maitlisek, das ich erstmals gesehen habe und das hervorragend war.
Wurden Sie als höchster Gossauer anders behandelt als zuvor?
Nein.
Was wünschen Sie Ihrer Nachfolgerin Martina Uffer?
Ich wünsche ihr ein spannendes Jahr und viel Freude an diesem Amt.
Interview: Selim Jung
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