Mathias Gabathuler
hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
20 Jahre Appenzellerland Sport: Präsident Hans Höhener äussert sich über die Erfolgsfaktoren, die Suche nach Zitaten und die interessierte Konkurrenz.
Sport 2013 hielt sich Mehrkämpfer Simon Ehammer zum Aufnahmegespräch für die Sportschule Appenzellerland in Teufen auf. «Er sprach davon, einmal an den Olympischen Spielen zu starten», sagt Hans Höhener, Initiant und Präsident von Appenzellerland Sport. Elf Jahre später wurde der Traum Wirklichkeit. Mit dem vierten Platz im Weitsprung holte Ehammer ein Olympisches Diplom. In diesem Jahr nun schraubte er den Schweizer Rekord im Zehnkampf auf 8'575 Punkte und gewann den Diamond-League-Final im Weitsprung mit 8.32m. Solche Geschichten würden nicht einfach so entstehen, sagt Höhener. Es steckt Einsatz und Herzblut mehrerer Leute dahinter. 88 Jugendliche gehören aktuell der Sportschule Appenzellerland an – eine Rekordzahl. Zusätzlich nutzen über 200 Sportlerinnen und Sportler Angebote im Leistungszentrum. Aus nicht weniger als 38 Sportarten kommen die Athleten und Athletinnen. «Wir sind nahe an den Sportlern und Sportlerinnen. Die individuelle Betreuung und das Gesamtkonzept machen es aus. Fortschritte hängen von vielen Faktoren ab wie Technik, Athletik, medizinische Betreuung, Umfeld», sagt Höhener. Man habe Interesse daran, dass es den Jugendlichen der Sportschule auch in der Schule und der beruflichen Ausbildung gut gehe. «Die umfassende Betreuung war uns von Anfang an wichtig.» Im Frühling war die Schweizer 4 mal 400-m-Rekordstaffel mit dem aus Herisau stammenden Mathias Rusterholz, Kevin Widmer, Marcel Schelbert und Alain Rohr bei Appenzellerland Sport in Teufen zu Gast. Er habe ein grosses Erstaunen gespürt – wie so oft, wenn er die Organisation und das Modell vorstelle, so Höhener. Die Detailliertheit, die Individualität in den Trainingsplänen habe das Quartett beeindruckt. «Das ist das, was uns ausmacht.»
Immer wieder gebe es Anfragen von interessierten Kreisen. Ab und zu würden ganze auswärtige Delegationen nach Teufen reisen. Was überwiegt dann bei dem 78-Jährigen: der Stolz oder die Befürchtung, kopiert zu werden? «Das freut uns. Es ist auch eine Referenz, dass wir eine Art Vorbildfunktion haben.» Er sei der Auffassung, dass Geheimniskrämerei nichts bringe. Man könne sich über Systeme und Pläne informieren, in Gesprächen, über die Medien. «Es kommt auf die Qualität an, wie man das Ganze umsetzt. Appenzellerland Sport hat während vieler Jahre Erfahrung gewinnen und Wissen aneignen können. Wir haben ein hervorragendes, konstantes Trainerteam, das die Philosophie mitträgt.» Er ist überzeugt, dass seine Organisation weiter eine starke Position inne haben wird. Andere Anbieter im Bereich Sport und Gesundheit seien in gewissen Bereichen sicher auch kompetent. «Aber der Weg zum Erfolg geht weit darüber hinaus, als nur zu wissen, welche Muskulatur wie zu trainieren ist.»
Wer Höhener in den zwei Jahrzehnten erlebt hat, weiss: Drei Dinge ziehen sich als roter Faden durch seine öffentlichen Auftritte. Er beeindruckt mit seiner Leidenschaft und Hartnäckigkeit, auch in schwierigen Momenten, als die Zukunft von Appenzellerland Sport unsicher war. Er präsentiert an Anlässen oft Zitate und bringt sie in Zusammenhang mit der Sportschule oder dem Gesamtbetrieb der Organisation. «Äusserungen von bekannten Personen helfen, die eigene Botschaft an die Leute zu bringen. Ich habe in manchen Fällen schon stundenlang Zitate gesucht.» Höhener spricht regelmässig von neuen Projekten, von kreativen Ideen – wie auch René Wyler, der langjährige Sportschulleiter und Leiter des Sportleistungszentrums. «Wir beide kennen uns seit bald 50 Jahren. Wir ergänzen uns in vielem ideal. Visionen haben ist das eine, sie umzusetzen, das andere. Da braucht es ein gutes und auch kritisches Miteinander», so Höhener. Wyler sei ein Macher, ein Motivator, er habe ein exzellentes Auge für Ursachen und Wirkungen, bei Schritten und Sprüngen, bei allen sporttechnischen Abläufen – aber auch, wenn es ums Umfeld, das Übergeordnete gehe. «Und, wir haben ein tolles Team, auf das wir uns stützen dürfen: von den Trainerinnen und Trainern über das Sekretariat, über andere Mitarbeitende und Helfende bis hin zum Verwaltungsrat. Es waren 20 faszinierende und bereichernde Jahre.»
Patrick Kessler löst Ende Jahr Höhener als Präsident des Verwaltungsrates ab. Als einer der letzten Höhepunkte steht am 25. Oktober, das Jubiläumsfest «20 Jahre Appenzellerland Sport» auf dem Programm. Zum ersten Teil (von 12 Uhr bis 17 Uhr) ist die Öffentlichkeit nach Teufen eingeladen: Im Sportleistungszentrum und der Sporthalle Landhaus sind eine Podiumsdiskussion, eine Autogrammstunde, ein Referat sowie sportliche Aktivitäten angesetzt. «Für das Programm am Abend haben wir beschränkt Platz. Es ist für geladene Gäste vorgesehen. Wir möchten zurückblicken, Showblöcke geniessen und Ehrungen vornehmen, aber auch Personen aus Politik, Firmen und Donatorenkreisen Danke sagen.»
pd
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