Milo Rau
wird als wirkmächtigster politischer Künstler unserer Zeit bezeichnet.
Die bestehenden Verbauungen am Rutschhang Dietli müssen ergänzt werden.
Von Franz Welte
Stadtautobahn Langjährige Messdaten aus verschiedenen Hangüberwachungsinstallationen haben gezeigt, dass sich der Hang trotz bisheriger Sicherheitsmassnahmen weiterhin bewegt, erklärt Manuel von Burg vom Bundesamt für Strassen (ASTRA), Abteilung Strasseninfrastruktur Ost. Diese Bewegungen liegen im Millimeterbereich und stellen derzeit keine akute Gefährdung dar, erfordern jedoch Eingriffe, um die Sicherheit auch künftig zu gewährleisten. Ursache ist das in verschiedenen Schichten des Hangs angesammelte Wasser.
Die notwendigen Sanierungsmass-nahmen sind recht komplex, wie Manuel von Burg darlegt: Einerseits müssen die bestehenden Anker, welche den Rutschhang sichern, aufgrund ihres Alters ersetzt werden. Andererseits ist der Bau eines tiefliegenden Drainagestollens geplant. Vom Tunnel aus können Bohrungen vorgenommen werden, die den Wasserdruck innerhalb der Rutschmasse sowie unmittelbar darunter reduzieren. Ergänzt wird diese Massnahme durch oberflächliche Drainagegräben, welche die von oben in den Hang infiltrierenden Wassermengen verringern. Die Arbeiten erfolgen unter Berücksichtigung umfangreicher und langjähriger Untersuchungen der geologischen und hydrogeologischen Ursachen der Hangbewegungen. Die Stabilisierungen berücksichtigen zudem die Erstellung der dritten Röhre, die in diesem Bereich bereits bauliche Anpassungen erfordert.
Die Bewohnerinnen und Bewohner des Schorenquartiers müssen während der Bauzeit mit zusätzlichem Zu- und Wegfahrtsverkehr rechnen. Die Erschliessung der Baustelle erfolgt über die Strasse im Hölzli. Insbesondere während des Baus des Drainagestollens ist mit erhöhtem Baustellenverkehr zu rechnen. Die Bauarbeiten selbst sind jedoch nicht besonders lärmintensiv, da sie grösstenteils im Innern des Hangs stattfinden. Der Baubeginn ist ab Januar 2028 geplant, mögliche Vorbereitungsarbeiten könnten bereits im Herbst 2027 erfolgen. Der Abschluss der Bauarbeiten ist voraussichtlich für Herbst 2029 vorgesehen, anschliessend erfolgt die Rekultivierung der Installationsflächen bis etwa Juni 2030.
Ist nun eine endgültige Lösung zu erwarten oder muss weiterhin mit Rutschungen gerechnet werden? Auf diese Frage erklärt der Informationsbeauftragte des ASTRA, dass aufgrund der langjährigen Beobachtung sowie der umfassenden Untersuchungen detaillierte Kenntnisse über den Hang vorliegen. Mit den geplanten Massnahmen werde davon ausgegangen, dass die Hangbewegungen gestoppt oder zumindest auf ein minimales Mass reduziert werden können. Eine Verlegung der Autobahn wäre keine zielführende Alternative, da sie neue Probleme hinsichtlich der Hangstabilität verursachen könnte.
Der Kostenvoranschlag des ASTRA für den Bau des Drainagestollens beläuft sich auf elf Millionen Franken, exklusive Landerwerb und Projektierung. Da erste Bauarbeiten bereits 1987 im Zusammenhang mit dem Bau der Nationalstrasse ausgeführt und abgerechnet wurden und weitere Massnahmen in verschiedenen Etappen erfolgten, kann das ASTRA keine Gesamtauskunft über sämtliche bisherigen Sanierungskosten geben.
Bereits 2009 wurden am Rutschhang umfassende Sicherungsmassnahmen durchgeführt. Die Verankerungen wurden ersetzt und auf bis zu zwanzig Meter verlängert. Gleichzeitig installierte man ein neues permanentes Mess- und Überwachungssystem. 2019 machten erneute Rutschungen weitere Sanierungen notwendig; wiederum mussten Anker ersetzt werden. Die Problematik war den Verantwortlichen bereits beim Bau der Stadtautobahn 1989 bekannt. Nuot Letta, der damalige verantwortliche Ingenieur für den Autobahnbau und spätere Kantonsingenieur, bezeichnete die Situation bei der Einweihung als «eine geologische Katastrophe».
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