Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
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Der Kanton St.Gallen und die Gemeinden verfügen nun über eine deutlich verbesserte Übersicht zu Heizungstypen in Wohngebäuden. Die Qualitätsoffensive der Energieagentur St.Gallen liefert erstmals verlässliche Daten für Energieplanung und Klimabilanzen.
Energiewende Dank einer umfassenden Bereinigung des Eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregisters (GWR) liegt Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit erstmals ein nahezu vollständiges Bild der Wärmeversorgung im St.Galler Gebäudepark vor. Die Energieagentur St.Gallen überprüfte im Auftrag der Gemeinden zehntausende Wohngebäude und glich die bestehenden Einträge mit zusätzlichen Quellen ab. Insgesamt flossen knapp 90'000 Datensätze aus 187 unterschiedlichen Quellen in das Projekt ein. Das GWR bildet damit das datentechnische Rückgrat für Energieplanungen und Klimabilanzen auf Gemeinde-, Regional- und Kantonsebene. Durch die systematische Kontrolle konnte der Anteil aktueller Heizungsinformationen kantonsweit von rund 30 auf 95 Prozent gesteigert werden, während unbestimmt klassifizierte Energiequellen nahezu auf null reduziert wurden.
Die aktualisierte Datengrundlage zeigt, dass der Wandel hin zu erneuerbaren Energien im Gebäudepark bereits weit fortgeschritten ist. Dennoch werden weiterhin rund 50 Prozent der Wohngebäude mit fossilen Energieträgern beheizt. «Mit der bereinigten Datenbasis liegt nun eine der schweizweit solidesten Grundlagen vor, um den Stand der Dekarbonisierung im Gebäudesektor präzise abzubilden und Fortschritte künftig messbar zu machen», sagt Daniel Wittenwiler, Projektleiter bei der Energieagentur St.Gallen.
An der Bereinigungsaktion beteiligten sich 53 St.Galler Gemeinden, von Altstätten bis Zuzwil. Die Stadt St.Gallen führte ihre Einträge kontinuierlich nach, sodass dort keine zusätzliche Bereinigung notwendig war. Der Kanton unterstützte das Projekt finanziell, um eine belastbare Grundlage für strategische Entscheide zu schaffen. «Aktuelle GWR-Daten dienen als zentrale Ausgangsbasis für die Planung und Investition im Bereich der erneuerbaren Wärmeversorgung. Die Aktualisierung des GWR durch die Energieagentur St.Gallen erfolgte äusserst speditiv, unkompliziert und professionell. Dieses Vorgehen wurde von den beteiligten Gemeinden sehr geschätzt», betont Bernhard Keller, Geschäftsführer des Verbands St.Galler Gemeindepräsidien.
Die Gesamterneuerung der Datengrundlage ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Die Pflege des Registers sowie die Aktualisierung der Daten liegen bei den Gemeinden. Auch die Bevölkerung kann aktiv zur Datenqualität beitragen, indem sie Änderungen an Heizsystemen entweder der jeweiligen Gemeinde oder direkt dem Bundesamt für Statistik meldet. Nur mit präzisen und aktuellen Informationen lassen sich Fernwärmenetze wirtschaftlich planen und Fördergelder gezielt dort einsetzen, wo der Ersatz fossiler Heizungen am dringendsten benötigt wird.
pd
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