Mathias Gabathuler
hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
Professor René Rossi, Co-Leiter des Departements «Materials meet Life» der Empa St.Gallen.
Ein weiterer St.Galler Empa-Erfolg in der Gesundheitsforschung mit innovativen Materialien: Forschende aus dem Empa-Labor «Advanced Fibers» haben gemeinsam mit ihrem Industriepartner TI-Solutions AG neue Kabel auf Polymerbasis entwickelt.
Polymerfasern Dieses Elektronenkabel sorgt in der Kernspintomographie (MRT) für ein zuverlässiges Funktionieren. Es weist nur wenig Metall auf, wodurch sich metallische Gegenstände wie etwa Implantate nicht erhitzen und keine Verbrennungen verursachen können. Das Kabel besteht nicht aus Kupfer wie herkömmliche Modelle, sondern mehrheitlich aus Kunststoff. Zum Einsatz kommen Polymerfasern, die mit einer hauchdünnen Metallschicht ummantelt sind. «Unser Ziel war es, ein Kabel mit einer sehr geringen, aber genau definierten metallischen Leitfähigkeit zu entwickeln», schreibt der in St.Gallen forschende Dirk Hegemann in der Empa-Zeitschrift «Empa Quarterly». «Die Leitfähigkeit muss gross genug sein, damit das Signal übertragen werden kann, aber nicht so gross, dass es zu einer Interaktion mit den Radiowellen kommt.»
Dadurch lassen sich nun leichter und ohne schwerwiegende Nebeneffekte hochauflösende Bilder von Geweben und Organen erstellen, die selbst kleine Verletzungen, Entzündungen und Tumore im menschlichen Körper sichtbar machen.
Die Empa St.Gallen ist auf breiter Basis in der Gesundheitsforschung mit innovativen Materialien tätig, wie Professor René Rossi, Co-Leiter des Departements «Materials meet Life» und des Forschungsschwerpunkts Gesundheit, in einem Interview aufgezeigt hat. Er verweist unter anderem auf die entwickelten «smarten» Wundverbände, die die verschiedenen Phasen des Wundheilungsprozesses optimal begleiten. Ein damit verwandtes aktuelles Thema ist die weltweit zunehmende Antibiotikaresistenz. Ziel ist es, Infektionen möglichst rasch zu erkennen, etwa mithilfe von Sensoren, die beispielsweise über eine Farbänderung am Verband einen Bakterienbefall anzeigen.
Auch in diesem Bereich ist die Empa St.Gallen forschungsaktiv. Gleichzeitig arbeitet sie an neuen alternativen Therapieansätzen, etwa an «lebenden» Materialien wie bakterientötenden Viren, die für den Menschen harmlos sind, oder an Probiotika, also «guten Bakterien».
Auch bei Bestrebungen zur Senkung der Gesundheitskosten ist die Empa St.Gallen gemäss Rossi aktiv: «Ein möglicher Ansatz ist, ältere Patientinnen und Patienten mithilfe tragbarer Sensoren und ihrer digitalen Zwillinge optimal begleiten und betreuen zu können.»
Vor drei Jahren hat die Empa St.Gallen drei Booster-Programme gestartet, unter anderem für eine verbesserte Krebsbehandlung und Wundheilung sowie für die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen. Zudem ist die Empa an der Entwicklung von Methoden zur Früherkennung von Demenzerkrankungen beteiligt. All diese Forschungsaktivitäten sind nicht denkbar ohne strategische Partnerschaften mit ausgewählten Zentren, etwa dem Kantonsspital St.Gallen.
Franz Welte
Lade Fotos..