Florian Kobler
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Joel Ruiz (links) und Diego Besio wurden vom FC St.Gallen mit einem Vertrag ausgestattet. z.V.g.
2011 traten sie als Fünfjährige dem FC Gossau bei und spielten gemeinsam bei den G-Junioren. Knapp 15 Jahre später unterschreiben Diego Besio und Joel Ruiz gleichzeitig einen Vertrag beim FC St.Gallen, nachdem sie zuletzt zu ersten Einsätzen bei den Profis gekommen waren.
Fussball «Wir hatten damals eine talentierte Mannschaft mit vielen Spielern, die sehr ehrgeizig waren», erinnert sich Alfredo Ruiz, seit dieser Saison Leiter Infrastruktur beim FC Gossau, davor während Jahren verantwortlich für die jüngsten Junioren und 2011 Trainer der besagten Mannschaft. Neben Diego Besio und Joel Ruiz spielte damals auch Cheveyo Tsawa, inzwischen bereits unbestrittene Stammkraft im Mittelfeld des FC Zürich. Dessen Vater Dorjee Tsawa, selbst ehemaliger Profifussballer und einst beim FC St.Gallen unter Vertrag, unterstützte das Trainerduo Alfredo Ruiz und David Sonderegger. «Ich war kein ausgebildeter Fussballtrainer, sondern kam aus der Pfadi und dem Turnverein. Aber dank Dorjee haben wir mit den Kleinen schon sehr professionell trainiert», erzählt der Vater von Joel. Sie hätten gar am Samstag ein drittes Training eingeführt. «Da mussten wir uns schon auch den einen oder anderen Spruch anhören, ob wir Weltmeister werden wollen», berichtet Ruiz lachend. Doch später hätten gleich mehrere Spieler aus dem Team den Sprung zu Future Champs Ostschweiz (FCO) geschafft, dem Nachwuchsfördergefäss des FC St.Gallen.
Bereits bei den F-Junioren nicht mehr dabei war Cheveyo Tsawa, der bis zur U16 beim FC St.Gallen die Nachwuchsstufen durchlief und dann zum FC Zürich wechselte. Weiterhin Teamkollegen waren dagegen Diego Besio und Joel Ruiz in der Mannschaft, die von Marco Huber, dem heutigen Präsidenten der Gönnervereinigung 6 4 FC Gossau, und Alfredo Ruiz trainiert wurde. 2015 und 2016 wechselten dann mehrere Spieler des damaligen Teams in den Stützpunkt des FCO bzw. in die U11 des FC St.Gallen – darunter auch Ruiz und Besio. Gradlinig nach oben ging es allerdings für beide nicht. Joel Ruiz schaffte den Kaderschnitt auf Stufe U14 bei St.Gallen nicht und wechselte zum FC Wil, dem anderen Trägerverein des FCO. Sein Vater bezeichnet dies im Rückblick als Glücksfall, weil dort der Druck etwas kleiner gewesen sei und Joel sich als einer der Kleinsten in Ruhe entwickeln konnte. Schliesslich kehrte Ruiz auf Stufe U19 zurück zu St.Gallen und konnte sich nun in den Nachwuchsteams etablieren. Diego Besio wechselte zwischenzeitlich sogar zurück zum FC Gossau und damit in den Breitensport. Doch über Probetrainings schaffte auch er den Sprung in St.Gallens U19. Aktuell gehören Besio und Ruiz beide zum Kader der U21, die in der 1. Liga spielt.
Mitte Oktober feierte Ruiz ausgerechnet beim legendären Erfolg im Wankdorf, dem ersten St.Galler Sieg in Bern seit 20 Jahren, sein Debüt in der Super League. Seither kam er zu drei weiteren Kurzeinsätzen. Besio wurde rund zwei Monate später gegen Sion erstmals in der Super League eingesetzt und der Stürmer brauchte nur wenige Spielminuten für seinen ersten Treffer in der höchsten Spielklasse. Nach Vater Claudio und Bruder Alessio, der aktuell beim SC Verl in der 3. Liga Deutschlands spielt, ist Diego bereits der dritte in der Familie, der sich beim FC St.Gallen in der höchsten Liga in die Torschützenliste eintrug. Dank ihrer guten Leistungen hat der FCSG Ruiz und Besio nun mit Verträgen ausgestattet. Und so werden die Gossauer, die beide die Matura absolviert haben, weiter an ihrem Traum von einer Fussballkarriere arbeiten. Und beim FC Gossau werden sich viele kleine Jungs die beiden zum Vorbild nehmen.
Von Tobias Baumann
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