Mathias Gabathuler
hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
Sandra König, Inhaberin des GanzOhni.
Mit der Schliessung aller Alnatura-Filialen in der Schweiz per 1. Januar ist für viele Kundinnen und Kunden ein vertrauter Ort für den Bio-Einkauf verschwunden. In St.Gallen reagieren kleinere Läden auf diese Lücke – allen voran das GanzOhni im Lattich Quartier, das Teile des bisherigen Alnatura-Sortiments übernommen und sein Angebot gezielt erweitert hat.
Nachhaltigkeit Auch in St.Gallen stellt sich seit der Schliessung von Alnatura die Frage, wo Bio- und unverpackte Lebensmittel weiterhin erhältlich sind. Läden wie der Stadtladen an der Katharinengasse, L’Ultimo Bacio an der Poststrasse oder das GanzOhni im Lattich-Quartier fangen den Wegfall der Alnatura Filiale mit ihrem Angebot auf. «Die Nachfrage nach veganen, regionalen und unverpackten Produkten ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. In St.Gallen ist das Angebot im Vergleich zu Städten wie Zürich allerdings noch überschaubar», sagt Sandra König, Inhaberin und Geschäftsführerin des GanzOhni.
«Dass die Alnatura-Filialen geschlossen wurden, ist natürlich bedauerlich, vor allem für die Konsumentinnen und Konsumenten. Für mich und meinen Laden kam der Zeitpunkt jedoch günstig», sagt König. In Zusammenarbeit mit der ehemaligen Filialleitung konnte sie Teile des Sortiments übernehmen und ihr Angebot gezielt ausbauen. «Ich habe grosse Unterstützung von Alnatura erhalten. Es sind viele der belibetesten Produkte von Alnatura dabei», so König. Auch künftig will sie das Sortiment gemeinsam mit der Kundschaft weiterentwickeln. «Ich habe immer ein offenes Ohr. Wird ein Produkt vermisst, kann man mir das mitteilen – dann prüfe ich, ob ich es ins Sortiment aufnehmen oder eine passende Alternative anbieten kann», erklärt sie.
Das Sortiment im GanzOhni ist biologisch, wann immer möglich regional und grösstenteils unverpackt. Kundinnen und Kunden bringen eigene Behälter mit oder füllen Lebensmittel vor Ort in Gläser ab. «Der Fokus liegt klar auf Nachhaltigkeit. Es ist mir ein grosses Anliegen, hochwertige Produkte aus der Region sorgfältig auszuwählen und sie unverpackt anbieten zu können», erklärt König. Neben dem Verkauf versteht sich König auch als Vernetzerin innerhalb des Lattich-Areals. Daraus sind bereits verschiedene Kooperationen entstanden – etwa mit regionalen Produzentinnen und Produzenten oder gastronomischen Projekten. Neben dem täglichen Betrieb finden im GanzOhni regelmässig soziale Anlässe statt, darunter ein Afterwork-Höck für queere Personen, der jeden zweiten Donnerstagabend stattfindet. Geplant sind zudem Workshops zu nachhaltigem Einkaufen und Fermentation, Themenwochen mit veganen Menüs sowie künftig ein Samstags Brunch-Angebot.
Das GanzOhni wird seit Mai 2025 von Sandra König geführt, die den Unverpacktladen von der Gründerin Marion Schiess übernommen hat. Ursprünglich in St.Georgen beheimatet, zog das Geschäft mit der Übernahme in den Lattich im Güterbahnhofsquartier. Für König war von Beginn an klar, dass sie mehr als nur einen Laden betreiben möchte. «Das GanzOhni ist nicht nur ein Geschäft, sondern ein Treffpunkt für das gesamte Lattich-Quartier und die Menschen, die hier arbeiten», sagt sie. Im Zentrum steht das Konzept «Einkaufen bei Freunden». Die Atmosphäre ist bewusst ruhig und ungezwungen, ergänzt durch ein Café-Angebot. «Wir legen grossen Wert darauf, dass sich unsere Kundinnen und Kunden wohlfühlen. Man kann sich beraten lassen oder einfach für einen Kaffee oder einen schnellen Lunch vorbeikommen», so König. Von Mittwoch bis Freitag serviert sie vegetarische Menüs aus verschiedenen Ländern, gekocht mit Produkten aus dem eigenen Sortiment. «Unser Fokus liegt zwar auf dem Laden, aber die Leute kommen bei uns nicht nur zum Einkaufen vorbei. Sie kommen auch zum Mittagessen oder für eine Kaffeepause und eine gemütliche Unterhaltung zu uns. Das GanzOhni ist nicht nur ein Laden, es ist ein Treffpunkt», sagt König.
Selim Jung
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